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eFocus Education Februar 2013

Lassen Sie sich inspirieren!

Entwicklung gemeinsamer Programme und Lehrpläne

Schon seit der Gründung der allerersten Universitäten hat die Hochschullandschaft vom Ideenaustausch zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen profitiert. In diesem Bewusstsein wurden auch die EU-Programme für den Hochschulsektor konzipiert – sowohl innerhalb Europas als auch zwischen Europa und anderen Regionen der Welt. Im Folgenden werden die verschiedenen Wege erläutert, über die außereuropäische Partner zu Projekten dreier derartiger Programme beitragen.

Gemeinsame Erasmus Mundus-Programme mit Stipendienförderung

Eine SUFONAMA-Feldzuordnung
Eine SUFONAMA-Feldzuordnung

Zurzeit stehen 138 Erasmus Mundus-Masterprogramme und 43 gemeinsame Erasmus Mundus-Promotionsprogramme für Kandidaten zur Verfügung, die 2013/2014 ihr Studium oder Forschungsprogramm beginnen möchten. Das Themenspektrum reicht von Astrophysik bis zur mittelalterlichen Literatur und von Nanotechnologie bis zu Choreografie.

Die Konsortien, die diese Programme anbieten, müssen mindestens aus drei europäischen Hochschulen bestehen; es dürfen auch weitere Hochschulen aus Europa oder anderen Regionen beteiligt sein. Unter den Projektbeteiligten finden sich etwa 200 Nicht-EU-Institutionen: Sie bieten oft spezielle Kursmodule oder Feldforschungsprojekte an.

Ein Beispiel hierfür ist SUFONAMA (Sustainable Forest and Nature Management), ein forschungsorientierter MSc-Studiengang in der nachhaltigen Bewirtschaftung von Forstressourcen, der von der Universität Kopenhagen in Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen aus Deutschland, Italien, Schweden und UK angeboten wird. Ebenfalls daran beteiligt sind assoziierte Partner mit umfangreichen Forschungs- und Lehrangeboten aus Australien, Kanada, Chile und Südafrika.

Diese Partner stellen die Räumlichkeiten und Betreuer für Abschlussarbeiten zur Verfügung und bringen ihre Erfahrung aus verschiedenen Bereichen der forstwirtschaftlichen Forschung mit ein, über die wir hier in Nordeuropa nicht verfügen“, erläutert Anne-Grethe Lehmann Routley, zuständige Leiterin für Studien- und Sufonama LogoStudierendenangelegenheiten. Die Studierenden im Studiengang SUFONAMA, die zu einem großen Teil aus Nicht-EU-Ländern kommen, werden durch Stipendien aus dem Erasmus Mundus-Programm gefördert. Zudem werden durch Erasmus Mundus neue Lehrmodule und gemeinsame Forschungsvorhaben unterstützt.

Projektwebsite: http://www.sufonama.eu/

Tempus – Entwicklung von Lehrplänen

Eine Projekt-Schulungsveranstaltung an der National University of Ireland in Galway Eine Projekt-Schulungsveranstaltung an der National University of Ireland in Galway

Das Ziel des Tempus-Projekts ‚Service Learning in the Curricula‘ besteht in der Einrichtung spezieller Zentren für gesellschaftliches Engagement in fünf Universitäten in Jordanien und im Libanon, die Studierende auf die Arbeitswelt und aktive Bürgerbeteiligung vorbereiten sollen. Neue Lehrpläne und erweiterte Kapazitäten und Infrastrukturen sollen den Studierenden im Rahmen ihrer akademischen Ausbildung bessere Möglichkeiten zur Teilnahme an Service-Learning-Programmen in ihren Gemeinden bieten.

Die jordanischen und libanesischen Professoren und Studierenden erarbeiten zusammen mit ihren Partnern aus UK, Irland, Schweden und Bulgarien zusammen und tauschen ihre Erfahrungen und bewährten Verfahren im Service-Learning innerhalb des Lehrplans aus.

Projektkoordinatorin Michele Lamb von der Roehampton University in UK über die Vorteile dieser Art gemeinsamen Lernens:

"Service-Learning stellt die Verbindung zwischen Lehre und praktischer Arbeit her. So können Studierende während des praktischen Teils ihrer Ausbildung die im Unterricht erlernten Kenntnisse und Fertigkeiten im echten Leben anwenden. Die im Rahmen der praktischen Tätigkeit gewonnen Kenntnisse und Fertigkeiten können sie gewinnbringend in die Lehrveranstaltungen einbringen. Auch die Lehrkräfte profitieren – von der zusätzlichen Begeisterung ihrer Studierenden. Die Universitäten profitieren von engeren Beziehungen zur Gesellschaft und den Gemeinden kommen wiederum die neuen Ideen der Studierenden zugute.“

Tawasol LogoAuf internationaler Ebene kommt es entscheidend auf die gute Kommunikation an: „Wir treffen unsere Entscheidungen immer im Konsens und die Social-Networking-Website ‚Tawasol‘ (Arabisch für ‚sich engagieren‘, ‚sich austauschen‘ und ‚interagieren‘) bietet den Studierenden eine hervorragende Möglichkeit zum Erfahrungs- und Wissensaustausch.“

Lamb: „Jede Universität hat ihre eigene Kultur, ihre eigenen Abläufe und begrenzten Möglichkeiten. Das muss man bei der Zusammenarbeit mit Partneruniversitäten immer berücksichtigen. Jeder Partner ist anders!“

Projektwebsite: http://www.tawasol.org/

Japaner bringen ihre Erfahrungen durch Erdbeben in Leonardo-Berufsausbildungsprojekt ein

Sismile Logo
Japanische Unterrichtsmaterialien zum Thema Erdbebensicherheit

Ungefähr 260 Millionen EU-Einwohner leben in erdbebengefährdeten Gebieten. Viele tödliche Unfälle und Verletzungen werden nicht durch einstürzende Gebäude, sondern durch sogenannte nichttragende Bauteile eines Gebäudes wie Möbel oder elektronische Geräte verursacht. Im Rahmen des Projekts SISMILE, eines Leonardo-Projekts für die berufliche Bildung, wird derzeit ein E-Learning-Paket für Möbelarbeiter und -hersteller zu Konstruktionstechniken entwickelt, mit denen sich diese Risiken reduzieren lassen. An dem vom Kandili-Observatorium zur Erforschung von Erdbeben in Istanbul geleiteten Projekt sind zahlreiche europäische Organisationen beteiligt, von denen viele in erdbebengefährdeten Gebieten beheimatet sind. Die strengeren Vorschriften in Bezug auf die Erdbebensicherheit neuer Gebäude in Japan führten dazu, dass speziell japanische Erfahrungen, insbesondere im Hinblick auf eine Reduzierung der von nichttragenden Bauteilen ausgehenden Bauteilen, in das Projekt mit einflossen.

Hitomi Murakami vom Hyogo Earthquake Engineering Research Center über die Rolle seiner Organisation: „In Japan gab es viel intensivere Forschungsanstrengungen zur Reduzierung der Risiken durch nichttragende Bauteile als in Europa. Unsere Erfahrungen sind daher eine ideale Grundlage für E-Learning-Materialien. Wir ermöglichen die Übertragung dieser Ressourcen und Informationen aus einer ganz anderen kulturellen Perspektive.“

Japanische Unterrichtsmaterialien zum Thema Erdbebensicherheit

Projektwebsite: http://sismileproject.com/


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Zuletzt aktualisiert: 21/02/2013  Drucken | Seitenanfang